Den Schlussakkord spielte er selbst auf einer selbstgebauten zackigen Gitarre, umringt von Musiklehrerinnen und – lehrern der Musikschule Badische Bergstraße, die an ihren Instrumenten nochmal alles für ihren Chef gaben. „Seiner“ Musikschule, um genau zu sein, denn Jürgen Osuchowski hat die Einrichtung in den vergangenen 22 Jahren seiner Amtszeit als Leiter maßgeblich weiterentwickelt und geprägt – das wurde jetzt bei seiner Verabschiedungsfeier im A-2-Keller deutlich. 

Was ebenso deutlich wurde: In dieser Zeit ist das Kollegium der Schule zusammengewachsen, die Lehrkräfte leben ihren Job, sind begeistert und begeistern ihre Schülerinnen und Schüler. Die Abschiedsfeier wurde im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Loblied auf den scheidenden Chef, der seiner Schule Empathie und Verlässlichkeit gegeben hat. „Für viele Kinder sind wir eine Heimat, sie lernen hier nicht nur ein Instrument spielen, sie kommen auch mit Sorgen und Nöten über schlechte Noten oder mit Liebeskummer, unsere Lehrerinnen und Lehrer sind Ratgeber in allen Lebenslagen“, beschrieb der scheidende Schulleiter. 

Auch Heiner Bernhard, Weinheimer Ex-OB und bis heute Vorsitzender des Vereins, der aus Musikschule und Volkshochschule gebildet wird, lobte diese besondere Tugend Osuchowskis: Dessen hohe Verlässlichkeit. „Man konnte sich immer auf ihn verlassen“, beschrieb er. 

Dazu passte die Anekdote, die Heiner Bernhard von der ersten Bewerbung und Vorstellung erzählte. „Ich bin ein Rocker“, schmunzelte der gebürtige Rheinländer damals. Und das ist er immer geblieben: Auch sein letzter Auftritt unter den Augen vieler Wegbegleiter und Netzwerkpartner der Musikschule war rockig, das Haar schulterlang wie eh und je – nur ein bisschen schütterer als damals. Zu den Gästen gehörten neben Oberbürgermeister Manuel Just auch die Bürgermeister und Vertreter der Kommunen Hirschberg, Hemsbach und Laudenbach; diese drei Kommunen werden von der Musikschule Badische Bergstraße ebenso abgedeckt. 

Heiner Bernhard, der als Rathauschef die meiste Zeit eine Art kommunalpolitischer Sparringspartner des Musikschulleiters war, konnte augenzwinkernd von mancher Verhandlung über Räume und Fördermittel berichten. Beim Ausbau des Karrillon-Hauses sei Osuchowski sehr kooperativ, aber auch durchaus selbstbewusst vorgegangen, um für seine Schule alles herauszuholen. Zum einer Aula oder einem Konzertsaal habe das Geld nicht gereicht, aber spontaner Applaus im Saal bei diesem Thema bewies, dass der Traum noch besteht. 

Als Meilensteiner der Ära Osuchowski nannte Heiner Bernhard die Singfeste und Aufführungen mit Organisationen wie dem Theaterverein Holzwurm, der Bürgerstiftung, der Stadt, dem Bodelschwingh-Heim, der Bachschule sowie der „Bülent Ceylan für Kinder“-Stiftung. Insgesamt sind es aktuell 83 Kooperationen, die die Musikschule unterhält. Bei vielen war und ist der Schulleiter vornedran. 

Unter Osuchwskis Leitung sei die Musikschule Badische Bergstraße aber auch selbst effizienter geworden, so Bernhard. Mit derzeit rund 2000 Schülern, die als Aushängeschilder der Schule viele Erfolge bei Vorspielen und Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ in die Zweiburgenstadt holten, stelle man einen Leuchtturm in der Region dar. Nicht zuletzt habe sich die Musikschule weiter geöffnet. Dies gelte sowohl für das Alter der Zielgruppen als auch für die Unterrichtsfächer. Die musikalische Früherziehung beginnt heute im Kleinkindalter. Die älteste Schülerin ist 86 Jahre alt und singt zur Ukulele. Mit 50 Lehrkräften und vier Bereichsleitungen sowie Florian Hofmann als OsuchowskisNachfolger zeige sich die Musikschule gut aufgestellt. Heiner Bernhard bescheinigte: „Jürgen Osuchowski ist ein Glücksfall, nicht nur für die Musikschule, sondern für das kulturelle Leben in Weinheim und der ganzen der Region“.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 16. Oktober 2024

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