Seine Kurzgeschichten können humorvoll und melancholisch sein, manchmal sogar beides auf einmal. Hans Fallada, Schriftsteller mit schwerem Leben, abhängig von Morphium und Alkohol, war ein Mensch der Gegensätze. Sein Leben macht auch seine Werke aus. Sie handeln von menschlichen Emotionen. Hans Fallada (1893 – 1947) steht dieses Frühjahr im Zentrum der Literaturreihe „Lesungen im Museum“ des Weinheimer Kulturbüros. Die Lesungen knüpfen an die erfolgreichen Sternstundenlesungen im vergangenen Frühling an, bei denen Texte des Schriftstellers Stefan Zweig im Fokus waren.

Am Sonntag fand die Fallada-Premiere statt, der obere Raum im Museum am Amtshausplatz, der wegen der Akustik besonders gut geeignet ist, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Literaturfreunde mögen die persönliche Atmosphäre und genießen die Nähe zur Schauspielerin, die ohne Lautsprecher in das Buch eintauchen kann. Zum Auftakt las Katharina Kessler verschiedene heitere und berührende Kurzgeschichten rund um Liebe, Arbeitslosigkeit, Fliegen und die Zwänge des Landlebens. Katharina Kessler absolvierte ihr Schauspielstudium in Bern und war anschließend unter anderem am Theater Osnabrück und am Theater Baden-Baden engagiert. Regelmäßig stand sie auch am Theater Heidelberg auf der Bühne. Hier war sie unter anderem 2023 als Antigone zu sehen.

An drei Sonntagvormittagen im Februar und März 2026 lädt das Kulturbüro zu kostenfreien Lesungen in der gemütlichen Atmosphäre des Stadtmuseums ein. Es sind immer Geschichten aus der Feder Falladas, die gelesen werden. Er ist bis heute einer der bedeutendsten und einflussreichsten deutschsprachigen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist geprägt von präzisen und scharfsichtigen Alltagsbeobachtungen. In seinen Romanen, Kurzgeschichten und Berichten beschäftigt er sich mit den Stimmungen und dem Lebensgefühl seiner Zeit. Die Lesereihe im Stadtmuseum widmet sich einigen seiner unbekannteren Werke.
Am 15. Februar steht das Leben von Hans Fallada im Mittelpunkt. Gelesen werden Auszüge aus dem Mitte der 1940er-Jahre verfassten Gefängnistagebuch Falladas, in dem er seine Erlebnisse in der Zeit des Nationalsozialismus schildert. Zu hören ist an diesem Tag der Schauspieler Patrick Schnicke, derzeit Mitglied des Schauspielensembles am Nationaltheater Mannheim. Zuvor war er unter anderem am Staatstheater Schwerin und am Landestheater Tübingen engagiert. 2016 wurde Patrick Schnicke mit dem Günther-Rühle-Preis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet. Alle Lesungen findet statt im Stadtmuseum Weinheim (Amtsgasse 2) und beginnen jeweils um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Museumsleitung weist darauf hin, dass das Haus nur sehr bedingt barrierefrei ist und der erste Stock nur über eine Treppe erreichbar ist.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 02. Februar 2026

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