Ältere Menschen sind häufig auf den Bus angewiesen. Gut, dass es in Weinheim ein dichtes und komfortables Netz an Buslinien gibt, die das gesamte Stadtgebiet erschließen. Dennoch gibt es beim Stadtbusverkehr Punkte, die insbesondere ältere Fahrgäste kritisch sehen. Mehrere Seniorinnen und Senioren wandten sich deshalb an den Stadtseniorenrat (SSR), um ihren Anliegen mehr Gehör zu verschaffen. Gemeinsam gründete man die Arbeitsgruppe „Seniorengerechtes Busfahren in Weinheim“ (SBW).
Auf Initiative des SSR und von Bürgermeister Andreas Buske kam nun im Rathaus ein „Runder Tisch“ zustande. Dort tauschten sich Mitglieder des SBW mit Vertretern des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN), der Busverkehr Rhein-Neckar (BRN) sowie der Stadt – darunter Bürgermeister Andreas Buske und Verkehrsplanerin Victoria Sauer – aus.
In einer offenen und konstruktiven Atmosphäre wurden zentrale Problemstellen angesprochen und mögliche Lösungen diskutiert.
Zu den Themen gehörten unter anderem Fahrweise und Verhalten der Busfahrerinnen und Busfahrer, der Ticketverkauf, die bessere Kommunikation von Fahrplänen sowie bauliche Verbesserungen an Haltestellen.
Die BRN erläuterte, dass in Weinheim täglich 13 Busse mit insgesamt 185 Fahrten unterwegs sind. Rund 40 Fahrerinnen und Fahrer steuern die Busse – oft durch enge Straßen und unter dem Zeitdruck eines straffen Fahrplans.
BRN-Fahrdienst-Teamleiter Elvir Tatar sicherte zu, dass Fahrstil und Umgangston künftig verstärkt in Schulungen behandelt werden. Außerdem kündigte BRN an, an Haltestellen eine ständig erreichbare Hotline deutlicher auszuweisen.
Ein weiteres wichtiges Thema war der Ticketkauf. Viele ältere Menschen haben Schwierigkeiten mit dem Online-Erwerb von Fahrkarten. BRN-Marktmanager Benrath Moders versprach, dass der Verkauf von Einzelfahrscheinen und Zehnerkarten künftig wieder an persönlich betreuten Verkaufsstellen möglich sein wird. Im Gegenzug will das SBW geeignete Standorte vorschlagen – etwa am Bahnhof oder an Kiosken.
Der Stadtseniorenrat plant außerdem, ein Mobilitätstraining für Seniorinnen und Senioren anzubieten. Dieses soll praktische Hilfen und Tipps zur sicheren Nutzung von Bus und Bahn vermitteln. Weitere Treffen sowie ein erneuter Runder Tisch zum Jahresende sind bereits vorgesehen.
Verkehrsplanerin Victoria Sauer kündigte an, ein ähnliches Gesprächsformat auch mit der Deutschen Bahn anzustreben.
Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 16. Februar 2026