Der Rosmarin blüht mit Macht, andere Kräuter drängen jetzt vorwitzig in Richtung des blauen Himmels und die süßen Blüten des „Natternkopf“ locken hungrige Bienen in Scharen an. So zeigt sich der Weinheimer Heilpflanzengarten zum Beispiel im Frühsommer in voller Pracht. Aber zu jeder Jahreszeit hat der Garten auf den Terrassen des Weinheimer Schlossparks, nahe des alten Wehrturms „Blauer Hut“ und des kleines Weihers, seinen Charme – samt seiner gesundheitsfördernden Wirkungen. In diesem Frühjahr sind die Pflanzen noch kleine Pflänzchen angesichts noch immer kühlen Nächten, aber der Garten gibt schon seine Geheimnisse preis. Niemand kennt sie so gut wie Astrid Eichelroth, die das Kleinod unter den Burgen seit rund 25 Jahren ehrenamtlich betreut. Am 1. Mai wird sie erstmals nach zwei Jahren Corona-Pausen wieder eine öffentliche Führung durch ihr blühendes Refugium anbieten – und von da an wieder jeden ersten Sonntag im Monat. Jeder kann teilnahmen, die Führungen sind kostenfrei.

Der Weinheimer-Heilkräutergarten hat eine einzigartige Besonderheit: Die Beete sind nach der heilenden Wirkung der Pflanzen eingeteilt. So gibt es ein Herz-Kreislauf-Beet, ein Leber-Galle-Beet und zum Beispiel ein „Herz-Lunge“-Beet. Und darin gedeiht zum Beispiel im Sommer der „Natternkopf“, dessen Tee gegen Husten, Fieber und Erkältung hilft. Es gibt sogar eine Pflanzung gegen „Frauenleiden“; ein Schildchen mit „Männerschnupfen“ hat sich die Chefgärtnerin bislang „verkniffen“.

Im Frühjahr und im Frühsommer sind es Waldmeister und Wiesenmargeriten, bestens geeignet für Tee und eine frühlingsfröhliche Bowle. Im Herbst, wenn mit der kalten Jahreszeit Husten und Schnupfen drohen, blühen der Sonnenhut und die Ballonblume, aber auch die Immortelle („Die Unsterbliche“), die in Weinheim als „Silber-Immortelle“ gedeiht. Ein Tee oder eine Tinktur aus ihren Blüten wirkt schleimlösend und

atembefreiend. Der Weinheimer Heilkräutergarten ist ein landschaftliches Kleinod und eine blühende Naturheilapotheke in einem. Ein Ort der Naturnähe und der Muße; ein Fleckchen Erde, auf dem die Zeit einen Moment aussetzen kann.

Der Heilpflanzengarten, der von einem Team fleißiger Damen mit grünem Daumen seit Jahren ehrenamtlich gepflegt wird, besteht seit 27 Jahren. 1995 wurde er angelegt, von Anfang an ist die Handschrift von Astrid Eichelroth erkennbar, die den Garten pflegt, jedes Pflänzchen persönlich zu kennen scheint und ihnen nach der Ernte mit Hilfe von Tees, Tinkturen und Salben die heilenden und wohltuenden Eigenschaften entlockt. In Weinheim wird sie bisweilen ehrfurchtsvoll „Kräuterfee“ genannt.

Neben den Führungen immer am ersten Sonntag im Monat, jeweils um 11 Uhr, bietet sie bisweilen auch Seminare an, in denen die Teilnehmer lernen, aus den Ingredienzien Salben und Tinkturen herzustellen.

Aber natürlich lohnt sich ein Besuch des Heilpflanzengartens auch jederzeit auf eigene Faust, die Beete und Pflanzen sind beschriftet und je nach Wirkung beschrieben. Der Zugang zum Weinheimer Schlosspark ist das ganze Jahr über tagsüber kostenfrei möglich. Der Exotenwald schließt sich unmittelbar an den Schlosspark an. Nur wenige Hundert Meter entfernt befindet sich der prachtvolle Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof. So sind in Weinheim auf einer „Grünen Meile“ alle wichtigen Parks, Gärten und Wälder einfach und zu Fuß von der City aus erreichbar. 

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 20. April 2022