Die ersten Reihen von Neubauten sind fertiggestellt im Sanierungsgebiet „Westlich Hauptbahnhof“ auf dem früheren Standort der „Kreispflege“ an der Viernheimer Straße. Weitere Bauabschnitte werden bis Anfang 2027 soweit sein, weitere erst 2029. Die Umnutzung des historischen Bettenhauses, das als markantes Gebäude des Areals erhalten bleiben soll, gestaltet sich deutlich anspruchsvoller als zunächst gedacht. Und es gibt konkrete Vorstellungen und Planungsideen der Baugenossenschaft für Neubauten in der angrenzenden Blücherstraße sowie für neu gestaltete Straßen, Plätze und Wege im gesamten Quartier.

Dies waren alles Maßnahmen, Ideen, Pläne und Visionen, die Weinheims Amt für Stadtentwicklung gemeinsam mit Baugenossenschafts-Geschäftsführer Carsten Steinle sowie externen Stadt- und Verkehrsplanern am Mittwochabend etwa 80 interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorstellten.

Es war eine weitere Veranstaltung im Rahmen einer umfangreichen Bürgerbeteiligung. Bei der Weinheimer Stadtentwicklung ist es üblich, die Bürgerinnen und Bürger früh und wirksam einzubeziehen, wie Bürgermeister Andreas Buske bei seiner Begrüßung erläuterte. Auch diesmal konnten sich die Bürgerinnen und Bürger, meistens Anwohnerinnen und Anwohner, nach der Sachdarstellung an Themeninseln mit konkreten Anregungen in den Prozess einbringen.

Eine zusätzliche Runde müssen die Investoren und Planer beim Historischen Bettenhaus drehen, wie Adrienne Balmes vom Amt für Stadtentwicklung einräumte. Der bauliche, vor allem statische Zustand des Gebäudes sei viel schlechter als anfangs angenommen – was allerdings erst nach der kompletten Entkernung feststellbar war.

In Absprache mit der Kommune, die hier ihre Planungshoheit wahrnimmt, bleiben die städtebaulich wichtigen Fassaden der Seitenflügel des Gebäudes erhalten, der Mittelteil wird dann aber als gestalterisch angepasster Neubau entstehen, so dass Geschosshöhen und Kubatur erhalten bleiben. Entstehen können so rund 76 Wohneinheiten. Allerdings verzögert sich das Projekt und wird wohl erst Ende 2029 bezugsfertig sein.

Gleichzeitig bereitet die Baugenossenschaft eine komplette Erneuerung ihrer Gebäude entlang der Blücherstraße vor. Die Häuschen dort seien nicht mehr sanierbar, schlecht angeordnet und entsprechen in keiner Weise den heutigen Wohnbedarfen der Menschen, so Geschäftsführer Steinle. Neue Gebäude sollen geräumiger sein und das Grundstück besser ausnutzen. Stellplätze sollen auch auf den Grundstücken entstehen, so dass eine Neugestaltung der Straße als verkehrsberuhigter Bereich möglich wird. Das Ziel sind hier unter anderem sichere Verkehrswege und die Verbesserung der Wohnqualität durch eine niedrigere Fahrgeschwindigkeit und eine bessere Aufenthaltsqualität mit Bewegungs-, Spiel- und Aufenthaltsräumen in Wohnungsnähe. Ein Fokus werde auf Fuß- und Radverkehr gelegt.

Eine Grundinstandsetzung und Umgestaltung der Verkehrsflächen ist zudem in der Weststraße und der Viernheimer Straße vorgesehen.

Auch der aktuelle Planungsstand beim Hotel in der Mannheimer Straße interessierte die Anwohner. Hierzu konnte Adriennes Balmes erläutern, dass eine Offenlage der Bebauungsplanunterlagen im Oktober dieses Jahres geplant ist. Sie konnte Bedenken wegen angeblich wegfallender Parkplätze ausräumen: Der Investor plane fast doppelt so viele Stellplätze wie nach Landesbauordnung vorgeschrieben. Die Stellplätze auf dem städtischen Grundstück (zum Beispiel für das HAWEI) bleiben erhalten, die An- und Abfahrt von Reisebussen sei ausschließlich über die Mannheimer Straße vorgesehen.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 02. Juli 2026

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