Wollbienen, Mauerbienen, Buckel-Seidenbienen und auch die verschiedensten Hummelarten gehören zu den insgesamt 560 Bienenarten, die es in Deutschland gibt. „Doch es macht besonders bei den Wildbienen einen Unterschied, wenn auch nur eine Art fehlt.“ Mit diesem Satz eröffnete Ingrid Hagenbruch, Vorsitzende des Bundesbündnis Bodenschutz, jetzt eine Veranstaltung im Kino „Modernes Theater“ in Weinheim. Barbara Geiger nahm als „Fräulein Brehm“ des Berliner Theaters „Fräulein Brehms Tierleben“, die interessierten Zuhörer mit auf eine Forschungsreise in die fantastischen Welten der Wildbienen.

Beim Vortrag wurde klar, dass sich Wildbienen meist nur vom Nektar bestimmter Blumen ernähren. Hilfreich seien daher vielfältige Blumenwiesen. Auch altes Mauerwerk bietet den Bienen Orte zum Brüten. Insektenhotels sollten am besten auch morsches Holz enthalten. Gemeinsam mit den wilden Bienen stand auch der Weinheimer Landwirt Stefan Müller im Fokus des Abends. Im Zeitraum von sieben Jahren setzt er ein Bodenschutzprojekt für die BI Breitwiesen um, das ebenfalls durch die Stadt Weinheim gefördert wird. Hierbei soll besonders guter und fruchtbarerer Boden aufgebaut werden, der sowohl Wasser als auch CO2 gut speichern kann. der Boden auf den Feldern bleibt immer bewachsen, das verhindert zum einen Austrocknung zum anderen werden biologische Prozesse zwischen Bodenlebewesen und Pflanzen nicht gestört, erklärt Müller.

„Die wilden Bienen“ und wenige Tage später eine nicht weniger spannende Veranstaltung, die sich dem Regenwurm widmete, bildeten gemeinsam eine Reihe, die im Förderprogramm „Vorbildliche Projekte“ aufgenommen und gefördert wurde.  Klimaschutzmanagerin Ute Timmermann betonte, wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt insbesondere der Wildbienen sei, um das Klima zu schützen.

Wie im Vortrag  „ Der Regenwurm“ zu erfahren war, stecken In einer Handvoll fruchtbarer Erde mehr Organismen als es Menschen auf der Welt gibt. Eines der erstaunlichsten Lebewesen im Ökosystem Boden ist der Regenwurm. Regenwürmer graben den Boden um, durchmischen und durchlüften ihn. Weil sie sehr stark sind, können Regenwürmer bis zu 20 Meter lange Gänge graben, die bis zu sieben Meter in die Tiefe reichen können. Das alles macht den Boden locker für Pflanzenwurzeln und andere Bodentiere. Regenwürmer leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Artenvielfalt, sie machen unsere Böden fruchtbar und wasseraufnahmefähig.

Mit dem Förderprogramm für vorbildliche Organisationen und Projekte werde Klimaschutz dort unterstützt, wo er bereits stattfindet, erklärte die städtische Klimaschutzmanagerin – so auch die beiden Veranstaltungen des Bundesbündnis Bodenschutz. Sie animierte klimaschutzbewusste Bürgerinnen und Bürger, vorbildliche Projekte einzureichen. Das Förderprogramm soll es auch in 2024 wieder geben.

Die Stadt Weinheim möchte mit dieser Förderung innovative Ideen und engagierte Menschen fördern, ermutigen und unterstützen. Der Fokus liegt dabei ausdrücklich auf Umwelt- und Klimaschutz. Wichtig ist der Stadtverwaltung dabei auch eine langfristige Ausrichtung, eine transparente Darstellung und der Wille, sich als Vorbild der Öffentlichkeit zu präsentieren und andere Menschen zum Nachahmen anzuregen. Die maximale Fördersumme pro Organisation und Projekt beträgt 5000 Euro. Es genügt ein formloser Antrag, der allerdings den Vorgaben der Förderrichtlinie folgen muss (mehr Infos und Formular unter https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/foerderung.html).

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 11. Dezember 2023