Ein Schlosshof voller Ehrenamt: Es mögen rund 1000 Menschen gewesen sein, die am Donnerstagabend der Einladung der Stadt zum Ehrenamtstag gefolgt waren. Sie erlebten einen Abend der Kultur, der Geselligkeit und der guten Gespräche unter Gleichgesinnten – seit Jahren wird das Angebot immer besser angenommen, wie auch Oberbürgermeister Manuel Just erfreut feststellte, der die bürgerschaftlich engagierten Personen begrüßte. Der Ehrenamtstag war wieder ein Teil des Weinheimer Kultursommers. Die Besucher wurden mit Verzehrbons versorgt, am Bierzapfhahn stand kein Geringerer als Spitzenkoch Tristan Brandt persönlich. Der Chef des Schlosspark-Restaurants sorgt beim Kultursommer für Essen und Trinken.

„Ihr Engagement ist das soziale Rückgrat unserer Gesellschaft“, rief Just von der Stadtwerke-Bühne den Menschen zu. Gerade in einer Zeit, die oft von Termindruck und Hektik geprägt ist, so Just, seien Menschen wichtig, die innehalten und sagen: Ich gebe ein Stück meiner Zeit für andere. Dies sei nicht selbstverständlich. Umso wichtiger: „Sie geben Ihre Energie, Ihre Ideen – und oft auch Ihr Herz – für andere.“ Damit sei etwas bewirken, so Just ganz klar: „Und Sie bewirken viel.“

Ohne Ehrenamt wäre vieles schlichtweg nicht möglich, beschrieb der Rathauschef. Und er zählte auf: „Sportvereine blieben geschlossen, soziale Initiativen kämen zum Erliegen, kulturelle Angebote verstummten, Nachbarschaften würden ärmer – an Leben, an Wärme, an Verbindung.“ Der OB beschrieb: „Wir leben in einer Welt, in der vieles schneller, komplexer, manchmal auch kälter wird. In der sich manche fragen: Was hält uns eigentlich noch zusammen?.“ Er gab selbst die Antwort: „Menschen wie Sie.“ Bürgerschaftliches Engagement stifte Sinn, Gemeinschaft und Vertrauen.“ Just betonte: „Eine starke Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis von Haltung. Von Mut. Von Einsatz. Denn Ehrenamt ist weit mehr als freiwillige Hilfe – es ist gelebte Demokratie.“ Wer sich ehrenamtlich engagiert, mische sich ein, gestalte mit, zeige Haltung. Er bekräftigte: „Sie alle verdienen Anerkennung. Respekt. Und vor allem eines: Dankbarkeit. Wir alle tragen Verantwortung, dieses Engagement zu fördern, Hürden abzubauen und Danke zu sagen.“

Das Kulturbüro der Stadt nutzte die Gelegenheit, die Besucher auf das Theaterstück „Die Brüder Hirsch“ aufmerksam zu machen, das einen lokalhistorischen Stoff aufgreift, der am 16. und 17. August an der Alten Zeder im Kleinen Schlosspark zu sehen ist. Im Interview mit Roland Kern gaben die Weinheimer Regisseurin und Drehbuchautorin Jeanette Rosen sowie die beiden Darsteller Gerd Buchleiter und Nicolas Laudenklos Einblicke in die Proben und ihre Gefühle bei der literarischen Aufarbeitung des Themas, das zur dunklen Seite der deutschen Geschichte gehört.

Dann gestaltete der Musiker Matz Scheid das musikalische Programm mit seiner ganzen Vielfalt und ansteckenden guten Laune. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, das Publikum verwandle sich in einen großen Chor, dem Barden an den Lippen hängend. Ein Höhepunkt des Abends: Mitglieder des Odenwälder Shantychors, allen voran die Weinheimer Heimattage-Beauftragte Ada Götz, versammelten sich am Finale um ihren früheren Chorleiter und sangen den Weinheimer Ehrenamtlichen ein Ständchen auf die Nacht.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 17. Juli 2025

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