Sie wohnt direkt am Wanderweg zum Eichelberg, am Fuße von Weinheims höchstem Berg. Dort am Waldrand im Weinheimer Odenwald-Ortsteil Oberflockenbach ist die Luft klar und frisch. Sicher hat das dazu beigetragen, dass Mathilde Zumsteg jetzt gesund und munter 103 Jahre alt geworden ist. Nach einem Sturz und einem kurzeitigen Pflegeaufenthalt ist die älteste Bürgerin Oberflockenbachs und drittälteste Bürgerin von ganz Weinheim sogar wieder auf dem Wege der Besserung.

Als die hochbetagte Jubilarin am Montag ihre Oberflockenbacher Ortsvorsteherin Heide Maser und Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just begrüßte, saß sie am Kaffeetisch wie aus dem Ei gepellt:  das weiße Haar frisch frisiert, eine Stola um die Schultern, mit wachem Blick. Mit dem fußballbegeisterten Rathauschef fachsimpelte sie sogar über die Fußball-Bundesliga, die sie über einen großen Fernseher im Wohnzimmer verfolgt. Sie jubelt allerdings für Borussia Dortmund; die Bayern (Justs Lieblingsmannschaft) mag sie indessen nicht so sehr. „Ich bin immer noch sportbegeistert“, erklärt sie.

Überhaupt nimmt Mathilde Zumsteg rege Anteil am Leben in Oberflockenbach. „Gut, dass wir unser Ortszentrum wieder haben“, freute sie sich. Und ihr Lebensfazit: „Glück und Zufriedenheit sind das Wichtigste.“  Bis vor kurzem konnte sich die alte Damen noch weitgehend alleine versorgen. Jetzt wohnt eine Pflegekraft im Haushalt, und die Kinder Günter und Monika schauen täglich vorbei und kümmern sich um ihre Mutter, auch Enkel und Urenkel wohnen teilweise noch in der Nähe. Sie verliert ihre Gelassenheit und gute Laune nicht.

„Aus allem das Beste machen“, erklärt Mathilde Zumsteg ihr lebensverlängerndes Motto. Und: „Am besten mit allem zufrieden sein.“ Wenn es jetzt Frühling wird, will sie wieder auf dem Balkon sitzen. Im Eichelbergweg herrscht eine gute Nachbarschaft. „In Oberflockenbach kann man halt gut alt werden“, bescheinigte Ortsvorsteherin Heide Maser. Mathilde Zumstegs Mann erreichte ebenfalls ein hohes Alter.

Seit ihrer Heirat wohnt Mathilde Zumsteg, die in Oberflockenbach geboren und aufgewachsen ist, im Häuschen am Waldrand und ist im Ort sehr bekannt und wegen ihrer freundlichen Art sehr geschätzt. Sie hat dort ihr ganzes Leben verbracht. Ihr Mann kam übrigens vom Bodensee nach dem Krieg an die Bergstraße, um bei Freudenberg als Kraftfahrer zu arbeiten. „Daher habe ich den Schweizer Namen“, erklärte das Geburtstagskind ihren Gästen.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 04. März 2024