Jedes Jahr im Frühjahr laichen Grasfrösche und Erdkröten im Schlossparkteich ab, der so zur Kinderstube mit Tausenden Kaulquappen wird. Etwa ab Ende Mai, Anfang Juni verlassen dann die fertig entwickelten, winzigen „Baby-“ Frösche und Kröten das Wasser, um in ihren eigentlichen Lebensraum, den Exotenwald zu wandern. Auf diesem langen und gefährlichen Weg wurden in der Vergangenheit sehr viele der kleinen Tierchen im Park und auf den Wegen versehentlich zertreten.

Am Samstag  war es nun soweit. Um den sogenannten „Hüpferlingen“ ein sicheres Ankommen im Exotenwald zu ermöglichen, hat die Stadt Weinheim in Kooperation mit dem NABU einen speziellen Amphibienschutzzaun rund um den Teich errichtet. Ab morgens waren etwa 20 engagierte Freiwillige vor Ort, die mit ihren mitgebrachten Spaten und Werkzeugen den 200 Meter lange Zaun innerhalb von drei Stunden gemeinsam aufgebaut haben. „Allen Helfern nochmal ein großes Dankeschön“, sagt Antje Beckmann, Umweltbeauftragte im Weinheimer Amt für Klimaschutz und Grünflächen.
Der Zaun verhindert nun, dass die Hüpferlinge auf die Wiese und die Wege im Park laufen, wo sie leicht übersehen und zertreten werden würden. In regelmäßigem Abstand sind immer wieder Fangvorrichtungen in den Zaun integriert, in denen sich die kleinen Frösche und Kröten dann sammeln. Diese Fangvorrichtungen wurden von zwei Mitgliedern des NABU im Vorfeld in Eigenarbeit angefertigt.
Die Fangeimer werden von freiwilligen Helfern, den „Krötenrettern“, regelmäßig tagsüber  kontrolliert und die darin befindlichen Tiere an einer geeigneten Stelle im Exotenwald wieder ausgesetzt.
Dabei wird auch in einer bundesweit eingesetzten „Krötenretter App“ dokumentiert, wann und wie viele Tiere unterwegs sind. Somit bietet der Zaun neben dem Schutz der Amphibien auch gleichzeitig die Möglichkeit, die Bestände zuverlässig zu erfassen und die Entwicklung zu beobachten. Die Stadt und der NABU hoffen, dadurch die in den letzten Jahren stark rückläufigen Zahlen der in Weinheim heimischen Amphibien wieder aufbessern und deren gänzliches Verschwinden verhindern zu können.

Die Wanderung der Hüpferlinge ist stark wetterabhängig und hat diese Tage begonnen. Je nach weiterer Witterung werden in den nächsten Wochen alle Baby-Frösche und -Kröten den Teich verlassen. Bis dahin wird der Zaun zum Anblick des Teichs dazu gehören. Die Stadt und der NABU bitten darum, den Zaun nicht zu beschädigen und die Fangeimer nicht eigenmächtig zu öffnen. Hinweise zu Beschädigungen können an die Stadt gemeldet werden unter 06201/82 3 33.

Wer bei der Rettungsaktion (gerne auch nur ab und zu) helfen und selbst „Krötenretter“ werden möchte, kann sich gerne melden bei der Umweltbeauftragten der Stadt Weinheim, Antje Beckmann (a.beckmann@weinheim.de, 06201/82 333) oder dem NABU Weinheim (ortsgruppe@nabu-weinheim.de). Interessierte können auch an den Krötenretter-Einführungen teilnehmen, die am Montag 27. Mai und am Dienstag 4. Juni,  je um 19 Uhr stattfinden. Treffpunkt ist der Schlossparkteich.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 27. Mai 2024