Gestern fand in Weinheim die jährliche Mahnwache “Mayors for Peace” statt, bei der die Stadt erneut ihre Flagge für den Frieden und eine atomwaffenfreie Welt hisste. Die Veranstaltung wurde von Oberbürgermeister Manuel Just eröffnet, der in seiner Rede eindringlich die Bedeutung dieses Städtebündnisses hervorhob.

„Die Stadt Weinheim ist bereits im Jahr 2009 Mitglied im weltweiten Städtebündnis ‚Mayors for Peace‘ geworden, also noch unter meinem Amtsvorgänger Heiner Bernhard. Seither wird an dieser Stelle Jahr für Jahr die Flagge für den Frieden und für eine atomwaffenfreie Welt gehisst. Sprich, seit nunmehr 15 Jahren also,“ begann Oberbürgermeister Just seine Rede.

Mit deutlichen Worten setzte Just fort: „Wenn uns jemand im Jahr 2009 prophezeit hätte, dass wir 15 Jahre später im Jahr 2024 von dem Ziel dieses Projektes weiter entfernt sind denn je, wir hätten es wohl nicht geglaubt. Aber es ist leider tatsächlich so. Die Welt, sie ist von Krieg und kriegerischer Zerstörung aktuell so sehr bedroht wie sicher seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.“

Er verwies auf die aktuellen Konflikte und ihre verheerenden Auswirkungen: „Der schlimme Russland-Krieg gegen die Ukraine, der nun schon länger als zwei Jahre dauert und der Nahost-Krieg infolge des Hamas-Terrors seit dem 7. Oktober vergangenen Jahres – sie haben eine bereits oft zitierte Zeitenwende mit sich gebracht, die wir uns zuvor nicht mehr haben vorstellen können. Von beiden Kriegen geht auch eine atomare Bedrohung aus. Vladimir Putin droht unverhohlen regelmäßig mit deren Einsatz, seine Allianz mit den weiteren Atommächten Indien, Nordkorea und China erhöhen wohl sein Selbstbewusstsein und seine Überheblichkeit.“

Oberbürgermeister Just warnte vor den möglichen Konsequenzen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten und betonte die Gefahr, die von einer potentiellen atomaren Bewaffnung des Iran ausgeht: „Nicht auszudenken, was uns bevorstehen würde, wenn sich der Konflikt um Israel und Palästina weiter zuspitzen sollte. Wie es heißt, steht der Iran kurz vor einer atomaren Bewaffnung“. Er hob die erschreckenden Statistiken des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI hervor. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI reduzierte sich der weltweite Bestand an Atomsprengköpfen zwar auf schätzungsweise 12.000. Aber: Die Zahl der in hoher Alarmbereitschaft gehaltenen Sprengköpfe stieg auf rund 2100. Neun Länder verfügen aktuell über Atomwaffen, die meisten der akut einsatzbereiten Waffen besitzen die USA und Russland. Und auch China baut sein Atomwaffenarsenal in rasanter Geschwindigkeit weiter aus.

Angesichts dieser bedrohlichen Lage betonte Just die Notwendigkeit, unermüdlich für den Frieden zu kämpfen: „Daher müssen und werden wir – so seltsam es klingen mag – mehr denn je für den Frieden kämpfen müssen. Wir alle dürfen nicht nachlassen. Ich bin sehr froh, dass es die Initiative ‚Mayors für Peace‘ gibt und stolz darauf, ein Teil von ihr zu sein. Denn ganz grundsätzlich sind und wären es die Städte, die vom Krieg besonders betroffen sind. Denn in diesen leben die Menschen. Daher ist dieser Zusammenschluss der Städte ein wichtiges Signal.“

Neben Just kamen auch mehrere Vertreter des Gemeinderates, Mitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft, der Naturfreunde Weinheim und der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs zu Wort.

Die Veranstaltung “Mayors for Peace” in Weinheim setzte somit ein klares Zeichen für den Frieden und eine atomwaffenfreie Welt.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 09. Juli 2024