„Ich bin wirklich sehr begeistert“, bekannte Stefanie Weik, die Künstlerin. Und Gudrun Aisenbrey, erfahrene Pädagogin und stellvertretende Vorsitzende der Weinheimer Bürgerstiftung, bescheinigte den Schülerinnen und Schülern im Gemeinschaftsraum des Werner-Heisenberg-Gymnasiums: „Ihr habt gerade für ganz viele Gänsehautmomente gesorgt.“ Mehr noch: „Ihr erzeugt in uns Älteren eine Hoffnung auf die Zukunft“.

Dieses persönliche Statement beschreibt gut, was dieser Tage an einem frühen Morgen im Weinheimer Gymnasium geschehen ist: Schülerinnen und Schüler aus fünften, sechsten und neunten Klassen sowie aus der K1 präsentierten, wie sie sich in den zurückliegenden Wochen mit dem Kunst- und Gesellschaftsprojekt „Calling for peace“ der Weinheimer Bürgerstiftung beschäftigt haben.

Die Heidelberger Künstlerin Stefanie Welk, die im Auftrag der Bürgerstiftung bereits die Skulptur „Sphera“ am Alten Friedhof erschaffen hat, gestaltet nun ein weiteres Kunstwerk für Weinheim in Form einer offenen Kugel – als Symbol für die Einheit und Verletzlichkeit des Friedens. Ihren Platz soll sie zwischen den Obstbäumen auf dem Rasen an der Freudenbergstraße unterhalb der Lubbert-Bauten bekommen. Die im Durchmesser etwa 2,50 Meter große Kugel wird aus Edelstahl-Schriftbändern geformt und auf aus dem Boden ragenden Stäben scheinbar schwebend über dem Rasen stehen.

Die Texte auf den Schriftbändern stammen von Weinheimer Schülerinnen und Schülern. Kurz vor den großen Ferien fand im Werner-Heisenberg-Gymnasium eine erste Sichtung und Auswahl statt. Im Unterricht bei Deutschlehrerin Christina Peter-Brutscher wurden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle in Worte gefasst. Eine Auswahl daraus wird auf dem Metall verewigt und dauerhaft Teil des Kunstwerks sein..

Bürgermeister Andreas Buske verschaffte sich jetzt einen Eindruck vom Stand des Projekts und war ebenfalls sichtlich begeistert vom Engagement der Jugendlichen. Gerade in Zeiten, in denen Frieden auf der Welt ein seltenes und kostbares Gut ist, sei es ein beruhigendes Gefühl, wenn sich junge Menschen so intensiv mit dem Thema befassen. Buske zeigte sich überzeugt, dass mit „Calling for peace“ ein Kunstwerk entsteht, dass die Stadtgesellschaft weiter voranbringt.

Buske, die Künstlerin sowie die Vertreter der Bürgerstiftung, neben Gudrun Aisenbrey auch Jürgen Osuchowski, waren begeistert von der einfühlsamen, nachdenklichen, ja philosophischen Herangehensweise der jungen Menschen sowie von deren engagierter Begleitung durch die Lehrkräfte.. „Ihr schafft das“, bescheinigte er, „was die Erwachsenen nicht geregelt bekommen“.

Entstanden sind Gedichte und kleine literarische Arbeiten. Denkwürdige Sätze wurden dabei formuliert: „Frieden beginnt, wenn die Welt nicht mehr weint“, so heißt es zum Beispiel. Oder auf den Punkt gebracht die wortspielerische Aufforderung: „Krieger denk mal an Krieger!“ Ebenso bewegend sind Aussagen wie: „Frieden beginnt mit einer Handvoll Liebe.“ oder: „Wo Frieden herrscht, da wächst die Hoffnung.“

Aber nicht nur aus dem Deutschunterricht brachten die Schülerinnen und Schüler Ideen und Projekte für die Skulptur ein. Im Musikunterricht bei Magdalena Rentrop hatten die Schülerinnen und Schüler Musikstücke zum Frieden komponiert – auch elektronisch. Im Kunstunterricht bei Anke Krause wurden Malereien und Fotografien hergestellt. Die Friedrich-Realschule mit ihrer Lehrerin Ulla Büxenstein begleitet das Projekt mit einer Video-Dokumentation.

Wenn als nächstes die Texte für die Spruchbänder ausgesucht sind, kann Stefanie Welk ihre Arbeit am Kunstwerk vollenden. Sie versicherte, dass auch alle weiteren Beiträge, die nicht sichtbar angebracht werden können, auf einer Homepage veröffentlicht werden, so dass kein Engagement verloren geht.

Die Installation und Einweihung der Skulptur ist für Ende Oktober vorgesehen, Anfang Dezember gibt es im a2-Keller dann nochmal eine öffentliche Präsentation aller begleitenden Schulprojekte, kündigten Gudrun Aisenbrey und Jürgen Osuchowski an.

„Calling for peace“ soll jedoch mehr als ein Kunstwerk sein. Später soll es in einen größeren Zusammenhang gehören.Es bildet den Startpunkt für den geplanten „Pfad der Erinnerung“, der zu geschichtsträchtigen Orten in der Stadt führt, die an Kriege und deren Folgen erinnern, wie zum Beispiel das Mahnmal im Stadtgarten oder auch das Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße oder auch die Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter..

„Das Kunstwerk soll ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Weinheim für Frieden, Miteinander und Verantwortung steht“,“ fasst Gudrun Aisenbrey die Idee des Projekts zusammen.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim, 23. Juli 2026

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